Für einen regelmäßigen Runden Tisch zur baulichen Stadtentwicklung!

WILHELMSHAVEN. (ga) Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Niels Weller regt für den Herbst 2019 einen „Runden Tisch“ zur Stadtentwicklung an.

In der Runde sollten unter anderem Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften, der Stadtplanung und der städtischen Bauverwaltung unter Leitung des neuen Oberbürgermeisters oder der neuen Oberbürgermeisterin über alle drängenden Probleme am Wohnungsmarkt sprechen.

Weller sieht vor allem einen Bedarf an bezahlbaren barrierefreien Wohnungen in der Stadt. Nach Informationsgesprächen mit den großen, genossenschaftlich organisierten Wohnungsbaugesellschaften „Spar und Bau“ und Bauverein Rüstringen rückt der OB-Kandidat von seiner ursprünglichen Anregung wieder ab, dass die Stadt wieder eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen sollte, um am Wohnungsmarkt selbst agieren zu können.

Der SPD-Politiker sprach gegenüber der WZ von „guten Signalen“ der Genossenschaften, die sich selbst in der Lage sehen, günstigen Wohnraum zu schaffen – auch für Menschen mit Beeinträchtigungen. Weller: „Mit geht es darum, das Ziel zu erreichen – ob mit oder ohne städtische Wohnungsbaugesellschaft ist letztlich zweitrangig.“

Sinnvoll sein könne die Gründung einer privatrechtlichen Gesellschaft bei der Bewältigung eines anderen Problems: die Schrottimmobilien. Nach Ansicht von Weller sollte die Stadt ihr bauordnungsrechtliches Instrumentarium gegenüber Immobilieneigentümern, die ihre Häuser verfallen lassen, deutlich offensiver einsetzen. Darüber hinaus erscheine es ihm sinnvoll, in Einzelfällen Schrottimmobilien aufzukaufen und sie gegebenenfalls abzureißen, um entwickelbare Flächen zu schaffen.

Irritiert zeigte sich Weller von Aussagen von Carmen Giss zur Gökerstraße. Die von der CDU unterstützte Oberbürgermeister-Kandidatin hatte in einem WZ-Interview die Ansicht vertreten, dass die Gökerstraße als traditionelle Einkaufsstraße dauerhaft kaum noch zu halten sei. Weller verweist auf das Cima-Einzelhandelsgutachtens für Wilhelmshaven, das zuletzt vom Rat der Stadt 2014 fortgeschrieben wurde. Danach ist die Gökerstraße als wichtiges Nebenzentrum im Stadtgebiet eingestuft.

Zudem habe die Stadt gerade den Bismarckplatz mit erheblichen Mitteln neu gestaltet und der Bereich um den Stadtteil Tonndeich – einschließlich der Gökerstraße – soll ab 2019 das nächste Sanierungsgebiet in Wilhelmshaven werden. Ein Ziel dabei sei, so Weller, durch den Rückbau der vierspurigen Gökerstraße die Attraktivität dieser Einkaufsmeile wieder zu erhöhen. „Die Kaufleute und die Investoren in der Gökerstraße haben einen Anspruch auf Planungssicherheit“, so Weller. Er sehe keinen Grund, den gutachterlich abgesicherten und durch politische Beschlüsse des Rates untermauerten Kurs für die Gökerstraße zu ändern.