Für eine deutliche Verbesserung der Betreuungsangebote in den Kindertageseinrichtungen!

Für eine deutliche Verbesserung der Betreuungsangebote in den Kindertageseinrichtungen ist aus meiner Sicht in erster Linie eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten für Sozialassistenten/innen und Erziehern/innen in Wilhelmshaven erforderlich, damit überhaupt genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Die Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet von Wilhelmshaven haben bereits aktuell ein immenses Fachkräfteproblem.

Dabei ist die Warteliste für Plätze in der Ganztagsbetreuung schon jetzt überlang und die Zahl der Betreuungsplätze insbesondere der Ganztagsbetreuungsplätze im Stadtgebiet viel zu gering.

Die ausreichende Sicherstellung der Ganztagsbetreuung würde das Fachkräfteproblem also weiter verschärfen.

Aufgrund der Sozialsituation in Wilhelmshaven, aber auch um die Attraktivität der Stadt für berufstätige Familien mit Kindern deutlich aufzuwerten, müssen aus meiner Sicht jedoch dringend weitere Kapazitäten insbesondere auch in der Ganztagsbetreuung der Kindertageseinrichtungen geschaffen werden.

Es ist abzusehen, dass in den nächsten Jahren neben der schon realisierten Gebührenfreiheit von Kindergartenplätzen auch eine Gebührenfreiheit von Krippenplätzen in den Fokus der Politik gerät. Eine Entwicklung, die ich persönlich übrigens für richtig und nötig halte.

Schon die jetzt eingeführte Gebührenfreiheit von Kindergartenplätzen hat die Nachfrage zusätzlich erhöht. Eine Gebührenfreiheit von Krippenplätzen würde die Nachfrage weiter erhöhen. Neben der ohnehin in Wilhelmshaven ansteigenden Zahl von Krippen- und Kindergartenkindern also weitere Faktoren, die die Nachfrage nach Sozialassistenten/innen und Erziehern/innen erhöht.

Die Stadt Wilhelmshaven und die Träger der Kindertageseinrichtungen (ausschließlich konfessionelle und freie Träger) sollten sich zügig überlegen, wie dieses absehbare Problem gemeinsam gelöst werden kann.

Ansatzpunkte/Bausteine könnten z.B. sein:

    • (temporäre) Ergänzung des Fachschulangebotes an der BBS in Wilhelmshaven um ein „privates“ Ausbildungsangebot durch die „großen“ Träger der Kindertageseinrichtungen
    • Nutzung von WeGebAU-Mitteln (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) zur Ausbildung von Sozialasstistenten/innen. Dabei wäre zu überlegen und mit der Kommunalaufsicht zu klären, ob die Stadt Wilhelmshaven die Hälfte der entstehenden (und nicht über das Programm gedeckten Kosten) für den Zeitraum der Weiterbildung (12 Monate) tragen kann
    • Verstärkte Bemühungen um Modelle der Teilzeitausbildung/berufsbegleitenden Ausbildung (wobei die BBS in Wilhelmshaven im Bereich der berufsbegleitenden Ausbildung bereits engagiert ist)
    • Verwendung der zu erwartenden Mittel aus dem „Gute-Kita-Gesetz“, um zusätzliche (Ganztags-)Betreuungsplätze zu finanzieren

Ergänzung der Kindergartenbedarfsplanung um eine Personalbedarfsplanung, um absehbare und zusätzliche Personalbedarfe frühzeitig erkennen zu können.