Bericht WZ: Kulturschaffende wünschen sich Anerkennung und Unterstützung

Die Ehrenamtlichen, die sich in Wilhelmshaven für Kunst und Kultur engagieren, wünschen sich deutlich mehr Unterstützung seitens der Stadt. Das wurde am Freitagabend bei einem Treffen zahlreicher Vereine aus dem Bereich Kultur sehr deutlich. Zu der Zusammenkunft im Hotel Home eingeladen hatte der SPD Kreisverband Wilhelmshaven gemeinsam mit deren Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt, Nils Weller.

Rüdiger Nietiedt vom Verein zum Erhalt Wilhelmshavener Baukultur äußerte den Wunsch, dass die Stadt künftig den Willen der Bürger mittragen möge. Er erinnerte an das Beispiel Südzentrale, die bekanntermaßen trotz erheblicher Gegenwehr seitens der Öffentlichkeit letztlich abgerissen wurde. „Die Dinge dürfen nicht einfach laufen gelassen werden“, sagte Nietiedt. Die derzeitige Arbeit des Arbeitskreises „Kapitän Meyer“ auch unter Beteiligung des Bauordnungsamtes lobte er hingegen.

Gerold Janßen ist Vorsitzender des Freundeskreises Wattenmeerhaus. Der Förderverein unterstützt seit jeher das heutige Wattenmeer-Besucherzentrum. Janßen forderte die Stadt dazu auf, stärker daran zu arbeiten, das Etikett „Wattenmeer-Hauptstadt“ zu vermarkten. Das Thema Weltnaturerbe spiele für die Besucher eine immer größere Rolle, sagte er.

Hans-Wilhelm Berner vom Förderverein der Landesbühne wies auf den Sanierungsstau im Stadttheater hin. Dort gebe es zahlreiche Arbeiten, die dringend erledigt werden müssten. Außerdem gingen in den letzten Jahren die Besucherzahlen des Weihnachtsmärchens zurück. Der Grund: Aufgrund von Lehrermangel fehle den Lehrern an den Schulen zum Teil die Zeit für den Besuch. Der Förderverein möchte deshalb in Zukunft selbst mehr mit den Schulen zusammenarbeiten, um diese Besuche weiter zu ermöglichen und wünscht sich dabei die Unterstützung der Stadt.

Den Wunsch nach städtischer Unterstützung bei Sanierungsarbeiten äußerte auch Ludwig Jürgens, der Geschäftsführer der Tanzakademie am Meer. Die Ballettschule ist in einem Gebäude mit Baujahr 1903 zu Hause. Die Instandhaltungskosten sind entsprechend hoch. „Allein aus den Mitgliedsbeiträgen ist das nicht zu stemmen und für viele Fördertöpfe kommen wir nicht in Frage“, erklärte Jürgens. Mit der Ausbildung zahlreicher Schülerinnen und Schüler in klassischem Ballett leiste die Schule einen großen kulturellen Beitrag in der Stadt.

Von den schweren Zeiten, die hinter dem Verein der Kunstfreunde liegen, berichtete Christoph Goritz. Bekanntermaßen gab es große Auseinandersetzungen zwischen Verein und Stadt, was die Weiterführung sowie den Standort der Kunsthalle angeht. Inzwischen sieht der Vereinsvorsitzende noch „zwei größere Riffe“. Zum einen sei nicht klar, ob der Verein samt Kunsthalle künftig weiterhin im Zuständigkeitsbereich der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit oder wieder direkt bei der Stadtverwaltung angesiedelt sein wird. Zum anderen sei auch die Standortfrage der Kunsthalle weiter ungeklärt.

Landesbühnenintendant Olaf Strieb fasste zusammen: „Kunst und Kultur hat in Wilhelmshaven keine Lobby. Das sorgt für großes Frustrationspotenzial im Ehrenamt. Die Wertschätzung der Kulturschaffenden ist massiv ausbaufähig.“

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